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 Berichte aus Kanada 2008

 

  Versuch ins Playland zu kommen

 

Von Viviane Franz

 

9.7.2008, Vancouver. Gestern ging ich am Spätnachmittag mit Faraz zum Playland.

Vorher war ich mit meinem Großvater im Anthropologischen Museum, das sich auf

dem großen Universitätsgelände direkt am Ufer des Pazifiks befindet. Ausser

Totempfählen nichts Aufregendes. Doch ein Totempfahl, eine Frau darstellend,

gerade den Babykopf bei der Geburt sichtbar werdend beeindruckte doch.

Die Fahrt zum Playland stand unter einem schlechten Stern. Denn als wir nach

zweistündiger Busfahrt, mit mehrfachem Umsteigen, -die Zwei-Millionenstadt

Vancouver ist halt gross- dort ankamen, war das Playland schon geschlossen.

Wir sahen über den Zaun die Holzachterbahn, schon 50 Jahre alt, eine Wasserbahn,

den Freefalltower und Karusselle. Bevor wir ins Kino kamen, fuhren wir mit dem Bus

durch Vancouvers Armenviertel überall Elendsgestalten, wahrscheinlich Junkies.

Die meisten von ihnen offensichtlich chinesischer Abstammung. Von Vancouver ist jeder

dritte Einwohner chinesischer Abstammung.

Endlich hatten wir ein Kino gefunden und sahen eine Durchschnittskomödie, die nicht die Chance hat, nach Europa zu kommen, aber immerhin fuer das Vancouver Filmfestival vorgeschlagen wurde. Fünf Paare durchlebten die üblichen Beziehungsprobleme, geschildert mit Witz und Charme. Im Kinofoyer gab es ungesüßtes Popcorn und dazu Tütchen mit verschiedenen Pulvermischungen wie Geschmack von Mixed Pickles, Cheddarkaese, Ketchup, Sour Cream und Barbecue gratis dazu.

 

Kanada weiß noch nicht, wie reich es ist

 

Von Joachim Franz

 

7.Juli, 2008, Vancouver. Heute gehen wir in den Queen-Elizabeth-Park golfen. Diese Anlage kann jeder

zu äußerst günstigen Preisen bespielen. Wir entleihen uns die Golfschläger, und schon geht’s los.

Es ist eine 18-Loch-Anlage, die sich in parkähnlicher  Baumlandschaft ausbreitet, überall springen Eichhörnchen von den Bäumen. Allerdings sind die Fairways alle etwa nur ein Viertel so lang wie sonst üblich. Es zeugt vom Reichtum Kanadas, dass die Stadt Vancouver jedermann Golf, den teuren Elitesport, ermöglicht. Zum Vergleich: In Deutschland stellen einige Städte ihren Bürgern Mini-Golfanlagen zur Verfügung. In Europa scheint mir nun alles etwas mini, mini. Anderes Beispiel fuer kanadischen Reichtum.

Hier wird schon überall gejammert, nachdem der Benzinpreis mal gerade die Marke von nur einem Euro erreicht hat, nachdem die Regierung 1.8 Eurocent Umweltsteuer aufgeschlagen hat. Über den richtigen Reichtum, die riesigen Ölsandreserven in der Provinz Alberta, hat der Kanadier überhaupt keine Vorstellung. Die rund 40 Meter unter dem Boden liegenden Ölsandvorkommen sollen eine Fläche von 170 000 Quadratkilometer bedecken, die Fläche von Florida. Nur Saudi Arabien haette somit einen höheren Erdölvorrat. Freilich ist der Abbau wesentlich kostenträchtiger als anderswo.

Doch zum Glück fuer Kanada steigen ja die Erdölpreise Staendig. Kuweits Scheichs ermöglichen ihren Untertanen eine kostenfreie Krankenkasse; Kanada auf dem Weg zu fabelhaften Richtum, erlässt seinen Bürgern schon heute ab dem 50. Lebensjahr jede Beitragszahlung. Übrigens bei der Endabrechnung war ich unter fünf Golfern zweiter. Mein bestes Loch erreichte ich mit drei Schlaegen.vNoch etwas über Reichtum. In der Zeitung lese ich, eine deutschstämmige alte Dame aus Vancouver stirbt. Im Lagerhaus, das sie am Hafen besaß, findet man unter Gerümpel 280.000 Kanadische Dollar in Scheinen vom 1930. Und der Clou: Ein Münzexperte stellt, dass jeder dieser Geldscheine, weil so alt, das Doppelte wert ist.

 

5. Reisebericht

 

Von Viviane Franz

 

Kelowna, 6. Juli 2008. Heute gehen wir brunchen. Es gibt alles vom Pfannkuchen mit Ahornsirup bis

hin zu Bratkartoffeln, Speck und diverse Desserts. Das Restaurant befindet sich direkt am

Seeufer, wir haben einen tollen Blick auf den Okanagan Lake. Während wir essen, bemerke ich

dass Opa verschwunden ist. Ein paar Minuten später kommt er schließlich zurück: Opa

trägt einen Edelstahl-Topf, einen Strohhut und eine Box aus blauem Textil, zusammenklappbar.

 "Rate mal, wo ich war!", fragt er mich. "Ich war bei einem "Garage Sale" - das ist ein privater Flohmarkt in einer Garage - "ich wollte mir das mal ansehen". Ich unterdrücke ein Lachen, da sein Verschwinden und Auftauchen urkomisch sind.

Danach fahren wir an den weiter entfernten Strand, wo Atifeh ein Seedoo leiht. "Ein Seedoo ist

etwas Ähnliches wie ein Jet ski, nur hat das Seedoo Sitzmöglichkeiten, der Jet ski nicht", erklärt mir Atifeh. Und schon geht’s los: Schwimmwesten an, und Faraz, Atifeh und ich rasen über den See, drehen Kreise und werden nass. Seedooing ist wirklich super toll, man bekommt richtige Adrenalinkicks, weil man mit hoher Geschwindigkeit fährt. "Das muss ich unbedingt wieder machen"' sage ich lachend und aufgeregt zu meinen beiden Begleitern, "das war garantiert nicht mein erstes und letztes Mal Seedooing!".

 

Ein Ausflug in den Wilden Westen

 

Von Viviane Franz

 

Samstag, 5. Juli 2008. Heute verlassen wir Vancouver schon um 7 Uhr morgens, da wir nach

Kelowna fahren, das rund vier Autostunden entfernt ist. Nach zwei Stunden Fahrt halten wir in einem

kleinen Städtchen namens Hope an, das mitten in den Rocky Mountains liegt, und machen dort eine Pause.

Als wir dort dann wieder aufbrechen, unterläuft uns ein Fehler: Wir nehmen nicht die Straße,

die sich Kokahala nennt, sondern einen anderen Weg nach Kelowna.  Nur in zwei weiteren Stunden hätten wir Kelowna erreicht.

Aber da wir die andere Straße nehmen, dauert unsere Fahrt deutlich länger. Dafür können

wir oft am Straßenrand anhalten und Bilder von der beeindruckenden Landschaft machen.

Wir sehen größere Bäche, die sich malerisch durch die Berge ziehen und manche von

ihnen schimmern meergrün. Nun verändert sich Landschaft und Klimazone: Wir befinden uns jetzt in einer Region, 300 Kilometer vom Pazifik entfernt, der die Kanadier einen wüstenhaften Charakter nachsagen. Die aus den Bergen kommenden Flüsse bilden Seen und stehen quasi fuer die Oasen, wo der in ganz Kanada berühmte Wein angebaut wird. Übrigens alle Flüsse münden in die arktische See, weder in den Pazifik noch in den Atlantik. Hier fällt wirklich deutlich weniger Regen als sonst wo. Auch ist die Luft hier reiner und trockener. Ich fühle mich wie in einem Western. Ich sehe ein Schild, auf dem fuer Bergführungen am "Gold Mountain"  geworben wird und Trucks und Jeeps sind zu sehen. Eigenartig: Die Bäume bedecken die Berge nicht wie richtige Wälder, sie stehen arg verstreut wie hingepurzelt auf den Hängen.

Nach acht Stunden Fahrt erreichen wir endlich Kelowna, das sich in der Region Okanagan befindet. Diese Region ist berühmt fuer seine Früchte und guten Weine. Ausserdem gibt es hier einen riesigen See: den Okanagan Lake. Die Nacht werden wir in einem Hotel dort verbringen. Nachdem wir ausgepackt haben, gehen wir in dem hoteleigenen Pool schwimmen. "Das ist so eine schoene Erfrischung", sage ich. Denn hier ist es warm, um die 29 Grad. In Vancouver dagegen sind es am selben Tag nur 19 Grad. Die thailändische Gaststätte in der wir zu Abend aßen, kann ich voll empfehlen. Die Preise waren erstaunlich niedrig, die einzelnen Gerichte frisch und nicht

matschig wie in Frankfurt. Die Inneneinrichtung der Gaststätte bestach durch die schoene Dekoration und durch ihre Höhe von sechs Metern. In Kanada gibt es eben sehr viel Platz.

Während wir dann durch Kelowna spazieren, fällt mir auf, dass hier viele Menschen abends unterwegs sind.

" Diese Region ist bei Touristen sehr beliebt ", erzählt mir Faraz, " im Sommer verdoppelt sich die Einwohnerzahl von

100.000 auf 200.000". Abends dann fahre ich mit Faraz durch

Kelowna, er zeigt mir seine alte Heimatstadt, er hat hier zehn Jahre gewohnt. Auf einem Hügel angekommen, halten wir an. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick über das nächtliche Kelowna. der Himmel ist sternenklar. Jetzt erst bemerke ich, wie riesig Kelowna wirklich ist. Hier gibt es keine Hochhäuser, nur zwei drei Hotels haben an die zehn Stockwerke.

 

3. Reisebericht, Mittwoch, 2. Juli 2008

 

Von Viviane Franz

 

Heute fahren wir zu einem Museum, das sich "Science World" nennt und auch in

Downtown ist. Im Museum angekommen, bemerke ich, dass es sich nicht um ein "normales"

Museum handelt, wo man leise sein muss und Bilder oder Gegenstände betrachten muss.

Man kann hier sehr viel selbst machen und so spielerisch lernen, wie Physik, Biologie,

Chemie und Mathe funktionieren. Spaß machen zwei etwa 15 Meter voneinander aufgestellte Blechschüsseeln mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Flüstert man dicht vor der einen, höt ein anderer bei der zweiten Schüssel alles ganz klar. Die Hebelwirkung wird mit einem 6 Meter langen Balken demonstriert, der wie eine Dezimalwaage aufgebaut ist. Selbst kleinste Kinder können so einen fetten Riesen heben. Es ist wirklich spannend, da die Experimente und Spiele gut aufgebaut sind. Hier sind viele Kinder mit ihren Eltern, aber ich finde,dass es auch durchaus für Jugendliche und Erwachsene geeignet ist.

 

Die Zeitumstellung ist echt anstrengend, zumindest für mich. Wenn es hier in Vancouver 23.00 Uhr ist, ist es in Deutschland schon 8.00 Uhr morgens am nächsten Tag. Deshalb ist das Anrufen in Deutschland auch schwierig. Man kann entweder morgens oder abends nur anrufen, denn sonst ist es hier Nacht oder in Deutschland.

 

Vancouver, 1. Juli 2008

 

Von Viviane Franz

Heute fahren wir mit Maryams erwachsenen Kindern Atifeh, Ghazaleh und Faras nach Downtown Vancouver, das in nur  20 Min. mit dem Bus erreicht werden kann.

Dort angekommen, bemerke ich, dass viele der Menschen kanadische Flaggen tragen und rote Ahornblätter aufgemalt haben. "Heute ist Canada Day", erklärt mir Faraz, "das ist der kanadische Nationalfeiertag, an dem wir die Gründung Kanadas feiern". Und natürlich alles auf Englisch, da Maryam und ihre Kinder nur Englisch sprechen.

Downtown ist wirklich beeindruckend: Hier gibt es sehr viele Hochhäuser, die sehr modern und riesig sind. Nach einiger Zeit kommen wir an einen Platz, der sich "Canada Place" nennt. Dieser Platz befindet sich direkt am Meer. Die Aussicht ist toll, da man auf die Boote im Hafen schauen kann, im Hintergrund sind die Rocky Mountains zu sehen

und der nördliche Teil von Vancouver.

 

Nach drei Stunden Pause daheim fahren wir wieder in die Innenstadt, nach Downtown. Dort findet um 22.30 Uhr ein Feuerwerk über dem Hafen statt, das jedes Jahr zu Ehren des "Canada Day" stattfindet. Es ist wirklich eine tolle Szenerie:

Es ist schon dunkel, die Stadt ist hell erleuchtet, man sieht im Hintergrund die Schemen der Rocky Mountains mit den schneebedeckten Gipfeln und das bunte Feuerwerk über dem Meer. Danach gehen wir keineswegs nach Hause, wir laufen durch Downtown zu einem Take-away Pizzashop und essen ein Stück Pizza.

Nun ist es Mitternacht und die Straßen sind belebt. Faraz erzählt mir: " Hier sind immer Menschen unterwegs, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit ".

 

Canada - Day - Nationalfeiertag

 

Von Joachim Franz

 

Vancouver, 1.Juli. Vor 141 Jahren, also 1867, wurden die drei Landesteile nördlich den USA unter der Regierungszeit von Queen Victoria in London zu Kanada zusammengeschlossen.

So gibt es heute den Kanada-Tag, den Nationalfeiertag, der jedes Jahr gebührend gefeiert wird. Die zentrale Feier ist in der Landeshauptstadt Ottawa auf dem Parlamentshügel.

Der unglaublich gutaussehende Premierminister Harper, herbei geleitet von einer Reitertrupp-  der legendären Mounted Police in roter Montur mit den grossrandigen braunen Krempen (wir kennen das alles nur aus Cartoons) ergreift vor einer nach Tausenden zählenden fröhlichen Menge das Wort.

Nachdem er ehrerbietig den Anteil der Indianer, des "Ersten Volkes", wie er sie nennt,  an der Identität des Landes gewürdigt hat, verspricht er seinen Landsleuten weiterhin eine glänzende Zukunft. Dann tritt Michalle Jean, die von London bestellte Generalgouverneurin ans Rednerpult. Im Namen von Queen Elizabeth II ist sie das nominelle Staatsoberhaupt und die Oberbefehlshaberin der Streitkräfte. Sie schließt ihre Ansprache mit dem sympathischen Bekenntnis:"Ich liebe euch alle." Sie meint alle 35 Millionen Kanadier, eingeschlossen die Stämme des "ersten Volkes" , die Indianer, die mehr als 500000 chinesischen Einwanderer, die vor allem nach Vancouver kamen, die Frankokanadier, die im Osten des riesigen Landes die ersten europäischen Einwanderer waren, die Engländer, Schotten und Iren, die Deutschen, die Italiener, Polen, Griechen, Schweden und seit einigen Jahren auch die Iraner. Sie alle harmonisch multikulturell zusammenlebend.

Am Abend sahen wir uns Downtown von Vancouver das gigantische Feuerwerk an. Die Kulisse bildeten die Gipfel der Rocky Mountains, der Meeresarm, dem die Stadt ihre Bedeutung als Hafen verdankt und der riesige Knuppel des Harbour Towers, an den wir automatisch denken muessen, wenn wir Vancouver hören.

 

Über Grönland nach Kanada

 

Von Joachim Franz

 

30. Juni, 2008, 21.15 Uhr deutscher Zeit (MEZ). Irgendwo, zehn Kilometer über Grönland in der Condor-Maschine auf dem Weg nach Vancouver an der kanadischen Westküste.

Vor drei Stunden bin ich von Frankfurt abgeflogen. Aber Europa mit seinen Problemen hat mich mit noch nicht losgelassen. Ich sprach ein italienisches Paar in der Reihe vor mir an: "Buta via Berlusconi, schießt den Ganoven Berlusconi raus. Er ist für Italien und ganz Europa eine Schande." Zwei Wochen vor seiner Verurteilung wegen erwiesener Bestechung mit 500 000 Dollar hat er im römischen Parlament ein Gesetz durchgebracht, dass seinen Prozess, vor acht Jahren gegen ihn begonnen, als zu alt einstuft, um ihn fortzuführen. Die Italienerin fragt zustimmend zurück:"Aber wie ihn loswerden?"Sie und er nicken, als ich beginne zu agitieren:"Man müsse halt Propaganda machen; Nichtwähler an die Urne bringen."

Zwei Sitzreihen hinter mir sitzt meine 17-jährige Enkeltochter Viviane, von meinem Verlag mit einem Praktikumsvertrag versehen; Sie verfasst ihre ersten Zeilen, die an gleicher Stelle veröffentlicht werden sollen.